Hartmut Nitsche

1964 wurde ich in Sindelfingen geboren und bin dort und in Holzgerlingen zusammen mit Bruder und Schwester aufgewachsen. Nach Zivildienst im Krankenhaus und Sprachenkolleg in Stuttgart, studierte ich in Tübingen und Berlin Evangelische Theologie. Von 1996 bis 1999 arbeitete ich einerseits in der Bundesaufnahmestelle für Spätaussiedler/Empfingen und andererseits in der Teilkirchengemeinde Mühlheim-Empfingen. Für zwanzig Jahre war ich Gemeindepfarrer in Nussdorf (Dekanat Vaihingen/Enz-Ditzingen) und durfte Menschen von der Wiege bis zu Barre begleiten. Im Laufe der Jahre bildeten sich weitere Schwerpunkte heraus wie Aidsseelsorge, Notfallseelsorge und stellvertretender Dekan. Zudem durfte ich zwei Vikare und eine Vikarin ausbilden.
Nun habe ich ins Klinikpfarramt gewechselt. Es hat sich immer mehr herauskristallisiert, dass mich Themen wie „Salutogenese“ oder „Resilienz“ in den Bann zogen. Einfacher gesagt: Menschen begleiten auf ihrem Weg und wichtigen Weggabelungen; die Zeit während und die Zeit nach der Erkrankung; „Wie lebe ich mit einer Erkrankung“, „Wo sind Ressourcen?“ und „Geh ich gnädig mit mir um?“. Letztendlich Fragen, die zum Menschsein gehören und doch ganz anders sind, wenn sie mich persönlich betreffen. Und es macht einen Unterschied, ob man allein in die eigenen Tiefen oder das Gebet geht, oder sich im Gespräch jemand anvertrauen kann. Ich meine, es ist ein Stück Freiheit und wohl auch Gnade, trotz allem – sich begleitet zu wissen – auch von Gott.
Ständige Fortbildungen, z.B. in klinischer Seelsorge, Traumatologie oder Konfliktmanagement gehören dabei genauso zum Handwerkszeug, wie meine Liebe zur Musik (Gitarre und Klavier). Für all die Offenheit und Begegnungen, die sich hieraus ergeben, bin ich von Herzen dankbar.